Resistenzvorsorge bei Schädlingen im Gartenbau
Wie entstehen Resistenzen?
Durch den wiederholten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit gleichem Wirkstoff oder mit Wirkstoffen mit dem gleichen Wirkungsmechanismus (Wirkstoffgruppe), kann ein Schaderreger Resistenzen gegenüber diesem Wirkstoff oder einer Wirkstoffgruppe aufbauen. Das bedeutet, dass die Schädlinge mit einem Pflanzenschutzmittel nicht mehr oder nicht ausreichend gut bekämpft werden können.
Im Gartenbau ist eine große Anzahl an Resistenzen von Schädlingen gegenüber Pflanzenschutzmitteln bekannt. So hat z.B. der Kalifornische Blütenthrips Frankliniella occidentalis gegen die Mehrzahl der zugelassenen Pflanzenschutzmittel nachgewiesene Resistenzen entwickelt.
Als Hilfe zur Bekämpfung der Weißen Fliege wurde vom Pflanzenschutzdienst Mecklenburg-Vorpommern eine Prüfliste erarbeitet, die den Anwendern helfen soll, Schwachpunkte in der Kulturführung, Betriebshygiene und in den Bekämpfungsmaßnahmen aufzudecken und so zu einer optimalen Bekämpfung der Weiße Fliegearten beitragen kann.
Resistenzvorsorge
Um die Wirksamkeit der Pflanzenschutzmittel zu erhalten und die Kulturbestände ausreichend gut vor Schädlingsbefall zu schützen, müssen die Anwender auf ein effektives Resistenzmanagement achten. Zu einer guten Resistenzstrategie gehören verschiedene Punkte:
- Reduzierung des Ausgangsbefalls der Schädlinge an der Kultur. Dazu gehört unter anderem das Säubern des Gewächshauses vor Einstellen einer neuen Kultur, Kontrolle der Jungpflanzen bei Lieferung oder das Entfernen sehr stark befallener Pflanzen aus dem Bestand (Hygiene!!).
- Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln sollte so weit wie möglich reduziert werden! Alternative Pflanzenschutzmaßnahmen wie z.B. der Nützlingseinsatz, Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln etc. sind sehr effektiv und haben immer Vorrang vor chemischen Maßnahmen!
- Optimaler Einsatz des Pflanzenschutzmittels! Die richtige Applikationstechnik, Wissen über die Wirkungsweise des Mittels und die Biologie des Schaderregers helfen, die Wirkung des Pflanzenschutzmittels effizient auszunutzen und den Schaderreger gut zu bekämpfen
- Durchführung von Blockspritzungen, d.h. drei Wiederholungen der Behandlungen im Abstand von wenigen Tagen (3-4 Tage bei Thripsen, 7-10 Tage bei Weißer Fliege)
- Wechsel zwischen Pflanzenschutzmitteln mit Wirkstoffen aus verschiedenen Wirkstoffgruppen innerhalb einer Blockspritzung oder spätestens von einer Generation zur nächsten (d.h. nach 21-28 Tagen bei Weißer Fliege und nach 10-14 Tagen bei Thripsen). So können sich die Schaderreger nicht an die Wirkungsweise eines Pflanzenschutzmittelwirkstoffes „gewöhnen“ und keine Resistenzen aufbauen.
Eine Einteilung der Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln nach Wirkungsmechanismus finden Sie auf der Internetseite des IRAC (insecticides resistance action committee) oder zusammengefasst für zugelassene Pflanzenschutzmittel im Zierpflanzenbau in der Pflanzenschutzmaßnahmenliste für den Zierpflanzenbau.
