Leader-Projekt Applikationstechnik
(Pflanzenschutz Hamburg)
Eine Kooperation zwischen der Landwirtschaftskammer Hamburg und dem Pflanzenschutzdienst.
Für den Erhalt und die Steigerung der Marktfähigkeit der Betriebe werden hohe Qualitätsanforderungen an das Produkt Schnittblume gestellt. Das bedeutet für die Betriebe die Produktion eines makellosen Produktes, welches frei von Schädlingen und Krankheiten an Blättern oder Blüten ist. Es gilt der Maßstab einer Null-Toleranz. Um den hochgradigen Anforderungen an das Produkt gerecht zu werden, ist chemischer Pflanzenschutz unausweichlich.
Der Anwender ist beim Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel an eine Vielzahl von Bestimmungen und Auflagen gebunden. Die Wahl des Produktes und eine fachgerechte Applikation sind Grundvoraussetzungen für den Bekämpfungserfolg bestimmter Schadorganismen.
Es werden hohe Ansprüche an die Applikationstechnik gestellt, um den stets wachsenden Umweltauflagen zu entsprechen und einen Bekämpfungserfolg sicherzustellen. Demzufolge muss die Applikation von Pflanzenschutzmitteln zielgerichtet und ohne Verluste (wie beispielsweise durch Abdrift oder Abtropfen) erfolgen.
Verluste bedeuten in der Regel Wirkungsverluste, Resistenzgefahren und Umweltbelastungen. Die Schäden der Umwelt durch nichtfachgemäße Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln können sich negativ und nachhaltig auf die Biodiversität und das ökologische Gleichgewicht auswirken.
Ziel des Projektes ist es, die Anwendungstechnik bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln im Freilandzierpflanzenbau zu verbessern und in die Praxis einzuführen. Diese Verbesserung kann mit einer zielgerichteten und effizienten Applikation des verwendeten Mittels erreicht werden. Dabei sollen sowohl die Belange des Umweltschutzes als auch des Gärtners berücksichtigt werden. Aus Sicht des Umweltschutzes ist eine verlustfreie Pflanzenschutzmittelanwendung von großem Interesse, was durch die Minimierung der Abdrift und der Abtropfverluste bewerkstelligt werden kann.
Für den Gärtner hingegen stehen ökonomische Aspekte im Vordergrund. Das bedeutet eine optimale Anlagerung der Spritzbrühe, um eine bessere Wirkung einer Pflanzenschutzmittelanwendung zu erreichen. Beides sind ineinandergreifende Prozesse, die letztlich dem Gärtner und auch der Umwelt zugutekommen. Ein weiterer positiver Aspekt der verbesserten Applikationstechnik liegt in der Minimierung der Resistenzgefahr bei Schadorganismen. Mit einer innovativen und neuen Technik soll die Bekämpfung von Schaderregern zielgerichtet, genau und gleichmäßig an der gesamten Kulturpflanze ermöglicht werden.
Die neue und innovative Applikationstechnik setzt sich aus einem fahrbaren Spritzwagen und einer abdriftmindernden Düsentechnik zusammen.
Sowohl an den Spritzwagen als auch an die Düsentechnik werden hohe Anforderungen in Präzision, Gleichmäßigkeit der Benetzung und der Bestandsdurchdringung gestellt. Nur mit den optimalen Düsen kann diese neue Applikationstechnik erfolgreich sein und die bestmögliche biologische Wirksamkeit und die Minimierung der Abdrift gewährleistet werden.
Der Schwerpunkt der Versuche liegt in der Untersuchung und im Vergleich von Abdrift und Anlagerung bei Einsatz des fahrbaren Spritzwagens mit unterschiedlicher Düsentechnik. Somit bilden die Düsentechnik und der fahrbare Spritzwagen eine Einheit hinsichtlich eines verbesserten Umweltschutzes und einer bestmöglichen Effizienz der Pflanzenschutzmittelanwendung. Auf diese Weise sollen sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte positiv beeinflusst werden.
Die beigefügten Fotos zeigen die neue Applikationstechnik im Einsatz mit unterschiedlicher Düsentechnik. Weiterhin wird der unterschiedliche Benetzungserfolg bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln dargestellt.
Europäischer Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums
„Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete" »
Dieses Vorhaben wird im Rahmen von Leader umgesetzt.
